Diamanten - Edelsteine

Viele Menschen haben schon mal im Fernsehen gesehen, dass man einen Diamanten aus der Totenasche eines Menschen herstellen kann. Als ich das vor vielen, vielen Jahren kennengelernt habe, fand ich diese Idee einfach traumhaft schön. Mein Gedanke: "Da wird ein Stein dann von Generation zu Generation immer weitergegeben. Denn wer käme schon auf die Idee einen Diamanten oder Edelstein in den Müll zu werfen."

Dann kam eine Dame genau mit diesem Wunsch auf mich zu und sie fragte mich genauer zu der Art der Herstellung. Ich muss sagen und zu meiner Schande gestehen, darüber hatte ich nie nachgedacht. Man neigt dazu, das was man gesagt bekommt, zu glauben und hinterfragt auch nicht immer alles. Ich denke, das geht nicht nur mir so.

Da diese Dame aber im unmittelbaren Umfeld einen Biochemiker hatte, wurde von ihr dieser Herr in die Situation eingebunden.
Das Ergebnis: "Das kann nicht funktionieren." Inzwischen kann man das auch hier komplett nachlesen: Wikipedia

Textauszug aus Wikipedia:
Eine „Diamantbestattung“ im engeren Sinne setzt die Einäscherung des Verstorbenen voraus, die bei Temperaturen unterhalb von 800 °C bis 950 °C erfolgen muss, damit amorpher Kohlenstoff in der Asche verbleiben kann. Die in Krematorien übliche Nachverbrennung bei Temperaturen von mindestens 1200 °C lässt keinen amorphen oder hexagonalen Kohlenstoff übrig, um das Ausgangsmaterial für einen Diamanten zu haben. Vielmehr wird bei höheren Temperaturen als 950 °C aller Kohlenstoff zum CO2 oxidiert oder mit den anderen Begleitstoffen in Karbonate überführt (vorzugsweise CaCO3). Diese thermische Zersetzung ist Veraschen aller organischer Verbindungen und es bleiben nur anorganische Bestandteile zurück. Insbesondere wird notwendigerweise vor der Entnahme der Kremationsreste auf das Ausglühen der mineralischen Bestandteile gewartet, sodass sämtlicher Kohlenstoff in gasförmiges CO2 übergegangen ist. Technisch gesprochen ist das Ergebnis der Feuerbestattung der Glührückstand, der bei 1200 °C verbleibt, sodass keine Diamanten gezüchtet werden könnten.

Danach kommt dann nach ein paar Jahren ein weiterer Anbieter auf den Plan: Er bietet dann die kostengünstiger Variante an. Hier heißt es: … "Wir fertigen reinste Diamanten aus Haar oder Asche sowie leuchtende Erinnerungskristalle."
Irgendwo auf der Seite wird dann unter "Fragen & Antworten" auf die Frage: Ist das in Deutschland erlaubt, gesagt: "Grundsätzlich ja. Es sind jedoch länderspezifische Bestimmungen zu beachten. Hierzu beraten wir Sie gern individuell."
Bis zum 29.04.20 - 12:00 Uhr stand da noch lapidar "ja". Da ich das dann entsprechend telefonisch moniert habe, hat man den Text geändert.

Im Klartext müsste da stehen: "In Deutschland darf aus Totenasche kein Diamant hergestellt werden nur aus Haaren."

Wer allerdings bei der Situation Tod seinen Verstand wirklich einsetzt und das ist wirklich zu diesem Zeitpunkt sehr schwer, der sollte sich wirklich überlegen, was er machen möchte.

Für mich heißt es heute immer wenn ich Personen zu den Möglichkeiten berate: "Sie können sich ein Schmuckstück nehmen und darin ein bisschen Asche oder Haare einbringen. Das ist weitaus kostengünstiger und das ist real."

Eigentlich ist es in Deutschland nicht erlaubt auch nur 1 Gramm Asche vom Krematorium ausgehändigt zu bekommen.
Wobei das dann unter der Hand fast bei jedem Krematorium möglich ist.
Welch ein Glück, dass es dort Menschen gibt, die für die Bedürfnisse der Hinterbliebenen Verständnis haben!

Allerdings, wenn jemand, der das jetzt alles gelesen hat immer noch einen Diamanten haben möchte, da kann ich dann nur mit den Worten meiner Mutti sagen: "Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen."

Ich hoffe, der Aufklärungsunterricht trägt Früchte.

Viele Menschen haben schon mal im Fernsehen gesehen, dass man einen Diamanten aus der Totenasche eines Menschen herstellen kann. Als ich das vor vielen, vielen Jahren kennengelernt habe, fand ich... mehr erfahren »
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Diamanten - Edelsteine

Viele Menschen haben schon mal im Fernsehen gesehen, dass man einen Diamanten aus der Totenasche eines Menschen herstellen kann. Als ich das vor vielen, vielen Jahren kennengelernt habe, fand ich diese Idee einfach traumhaft schön. Mein Gedanke: "Da wird ein Stein dann von Generation zu Generation immer weitergegeben. Denn wer käme schon auf die Idee einen Diamanten oder Edelstein in den Müll zu werfen."

Dann kam eine Dame genau mit diesem Wunsch auf mich zu und sie fragte mich genauer zu der Art der Herstellung. Ich muss sagen und zu meiner Schande gestehen, darüber hatte ich nie nachgedacht. Man neigt dazu, das was man gesagt bekommt, zu glauben und hinterfragt auch nicht immer alles. Ich denke, das geht nicht nur mir so.

Da diese Dame aber im unmittelbaren Umfeld einen Biochemiker hatte, wurde von ihr dieser Herr in die Situation eingebunden.
Das Ergebnis: "Das kann nicht funktionieren." Inzwischen kann man das auch hier komplett nachlesen: Wikipedia

Textauszug aus Wikipedia:
Eine „Diamantbestattung“ im engeren Sinne setzt die Einäscherung des Verstorbenen voraus, die bei Temperaturen unterhalb von 800 °C bis 950 °C erfolgen muss, damit amorpher Kohlenstoff in der Asche verbleiben kann. Die in Krematorien übliche Nachverbrennung bei Temperaturen von mindestens 1200 °C lässt keinen amorphen oder hexagonalen Kohlenstoff übrig, um das Ausgangsmaterial für einen Diamanten zu haben. Vielmehr wird bei höheren Temperaturen als 950 °C aller Kohlenstoff zum CO2 oxidiert oder mit den anderen Begleitstoffen in Karbonate überführt (vorzugsweise CaCO3). Diese thermische Zersetzung ist Veraschen aller organischer Verbindungen und es bleiben nur anorganische Bestandteile zurück. Insbesondere wird notwendigerweise vor der Entnahme der Kremationsreste auf das Ausglühen der mineralischen Bestandteile gewartet, sodass sämtlicher Kohlenstoff in gasförmiges CO2 übergegangen ist. Technisch gesprochen ist das Ergebnis der Feuerbestattung der Glührückstand, der bei 1200 °C verbleibt, sodass keine Diamanten gezüchtet werden könnten.

Danach kommt dann nach ein paar Jahren ein weiterer Anbieter auf den Plan: Er bietet dann die kostengünstiger Variante an. Hier heißt es: … "Wir fertigen reinste Diamanten aus Haar oder Asche sowie leuchtende Erinnerungskristalle."
Irgendwo auf der Seite wird dann unter "Fragen & Antworten" auf die Frage: Ist das in Deutschland erlaubt, gesagt: "Grundsätzlich ja. Es sind jedoch länderspezifische Bestimmungen zu beachten. Hierzu beraten wir Sie gern individuell."
Bis zum 29.04.20 - 12:00 Uhr stand da noch lapidar "ja". Da ich das dann entsprechend telefonisch moniert habe, hat man den Text geändert.

Im Klartext müsste da stehen: "In Deutschland darf aus Totenasche kein Diamant hergestellt werden nur aus Haaren."

Wer allerdings bei der Situation Tod seinen Verstand wirklich einsetzt und das ist wirklich zu diesem Zeitpunkt sehr schwer, der sollte sich wirklich überlegen, was er machen möchte.

Für mich heißt es heute immer wenn ich Personen zu den Möglichkeiten berate: "Sie können sich ein Schmuckstück nehmen und darin ein bisschen Asche oder Haare einbringen. Das ist weitaus kostengünstiger und das ist real."

Eigentlich ist es in Deutschland nicht erlaubt auch nur 1 Gramm Asche vom Krematorium ausgehändigt zu bekommen.
Wobei das dann unter der Hand fast bei jedem Krematorium möglich ist.
Welch ein Glück, dass es dort Menschen gibt, die für die Bedürfnisse der Hinterbliebenen Verständnis haben!

Allerdings, wenn jemand, der das jetzt alles gelesen hat immer noch einen Diamanten haben möchte, da kann ich dann nur mit den Worten meiner Mutti sagen: "Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen."

Ich hoffe, der Aufklärungsunterricht trägt Früchte.

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